Base jump

4. FAI-Wingsuit-Performance-Weltmeisterschaft

Wingsuit Flying sind nicht nur steile, zerklüftete Felsen und ausgetrocknete Flussbetten in den Dolomiten, die tiefen Täler der Schweiz oder hohe Wände norwegischer Fjorde, an denen ein „Wahnsinniger“ in einem Flügelanzug mit einem Fallschirm auf dem Rücken in einer Geschwindigkeit von schnell mal über 250 km/h vorbeijagt. Ja, auch das ist Wingsuit Flying. Bremsen wir aber etwas ab und begeben uns auf die kahle Ebene im amerikanischen Arizona, wo im Oktober auf einem der populärsten Flugplätze Nordamerikas, dem Skydive Arizona, die Weltmeisterschaft im Fallschirmspringen stattfand. Fallschirmspringer aus aller Welt waren in die USA gekommen, um ihre Kräfte in verschiedenen Disziplinen zu messen. Eine von ihnen war die Wingsuit Performance.

Worum geht es bei dieser Sportart?

Da dies Fallschirmsprungwettbewerbe sind, erfolgen die Absprünge aus einem Flieger, hier konkret aus dem Flugzeug de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter, und nicht von Felsen. Die Absprunghöhe beträgt 3200 m über der Geländeoberfläche. Eine Wettkampfrunde besteht aus drei Disziplinen, also aus drei Sprüngen, Speed (der Wettkampfteilnehmer muss gegenüber der Erde eine möglichst hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen), Time (sich so lange wie möglich in einem Höhenfenster aufhalten) und Distance (eine möglichst lange Strecke zurücklegen). Diese Werte werden mithilfe des GPS im Wettkampffenster gemessen, das zwischen 2500 m bis 1500 m geöffnet wird, was bedeutet, dass die durchschnittliche erreichte horizontale Geschwindigkeit, die geflogene Strecke und die im Wettkampfkilometerintervall verbrachte Zeit gemessen wird. Jeder Wettkampfteilnehmer hat seinen festgelegten Punkt auf der Erde, den er anpeilen muss, damit Kollisionen während des Flugs vermieden werden. Es werden 9 Absprünge realisiert, sodass 3 ganze Runden gesprungen werden.



Insgesamt trafen sich in dieser Disziplin 40 Wettkampfteilnehmer aus vierzehn Ländern - USA, Kanada, Australien, Frankreich, Italien, Deutschland, Dänemark, Moldau, Schweiz, Niederlande, Schweden, Finnland, Großbritannien... und auch die Tschechische Republik hatte bei diesem Wettkampf 2 Repräsentanten.

Jan Beránek a Tadeáš Krofta

Bad - X - Boys

  • Fallschirmsprunglehrer im Aeroklub Plzeň - Bory
  • Dem Fallschirmspringen widmen sie sich seit Ende 2014.
  • Sie haben erst drei Wingsuiting-Wettkämpfe absolviert, 2x die Tschechische Meisterschaft und jetzt die Weltmeisterschaft.
  • Vorstellung im Rahmen des Adrex Teams

Der Wettkampf mit ihren Augen gesehen

Auf dem Morgenbriefing erklärt uns Wettkampfdirektor Andy, WAS ZU TUN IST, WENN... Wir denken daran, dass wir uns nicht in der ruhigen Zone Mitteleuropas, sondern im wilden ausgedorrten Südwesten der USA befinden, wo alle möglichen giftigen Tiere leben. Eine der Hauptinformationen für uns ist, wie man außerhalb des Flugplatzes landet. „Meidet die dunklen Gebiete des Buschs, peilt stets den Sand in der offenen Wüste an, und wenn ihr euch in den Schatten eines Waldbestands begebt, dann denkt daran, dass diese Idee vor euch schon irgendein giftiges Biest hatte“, sagt Andy lachend. Super, gut zu wissen!

Am ersten Tag absolvierten wir 4 Sprünge. Nach dem letzten hatten wir alle schon ziemlich genug, denn Wettkampfsprünge im WS sind nicht so ein Spazierflug, wie wenn ihr mit eurem Kumpel nur so frei am Himmel fliegt oder an den Wolken vorbeijagt. Hier handelt es sich um einen Sturzflug vor dem Wettkampffenster, um auf die höchstmögliche Geschwindigkeit zu kommen, die 300 km/h überstiegt, und dann unter Aufwendung aller Kräfte die ideale Position für den Flug im Modus der jeweiligen Disziplin (Speed, Time, Distance) zu halten. Dazu kommen noch die hiesigen Temperaturen. Bloß gut, dass sie diese Wettkämpfe für den Oktober geplant hatten, zum Glück waren es hier nur 35 °C.

Der zweite Tag sollte erholsamer werden, wir sollten nur drei Sprünge absolvieren, und zwar so zeitig wie möglich am Morgen, gerade wegen der Temperaturen. Na, was denkt ihr, trotzdem waren wir da bis drei Uhr nachmittags und sind in der größten Gluthitze geflogen. Bei einigen Wettkampfteilnehmern funktionierte das GPS nicht und so erhielten sie einen sogenannten Re-Jump, sie mussten den gegebenen Absprung noch einmal wiederholen. Dies passierte auch Tadeáš. Aus drei Sprüngen wurden somit für manche vier. Während des zweiten Tags mussten auch einige Wettkampfteilnehmer den Hauptfallschirm wegen eines Defekts abwerfen und den Ersatzfallschirm öffnen, dies ließ uns trotz der Müdigkeit wieder wachsam werden. „Und auch ich kämpfte mit den Windungen und dem stark rotierenden und sich schnell der Erde nähernden Fallschirm. Aber das kenne ich ja schon, ich werde kämpfen. Schließlich konnte ich die Windungen entwirren und musste mich nicht des Hauptfallschirms entledigen. Aber es war knapp“, erinnert sich Bery und kichert. Und schließlich gab es auch einen Wettkampfteilnehmer, der vor lauter Müdigkeit überhaupt nicht in der Lage war, den Hauptfallschirm zu öffnen, weshalb er direkt den Reservefallschirm öffnen musste. Solche Bedingungen herrschten hier.

Der dritte Tag war am wenigsten anstrengend, wir absolvierten nur die zwei letzten Sprünge und wussten, dass wir die Wettkämpfe hinter uns haben. Unsere Körper schmerzen, als hätte uns jemand 3 Tage lang getreten, aber wir verspüren eine unglaubliche Freude, dass wir dies ohne Verluste überstanden haben. Und wie waren unsere Leistungen und Ergebnisse? „Jeder Sprung bedeutete eine Verbesserung. Dieser Disziplin widmen wir uns wirklich erst seit kurzem und so ist jeder Sprung für uns eine neue Erfahrung und vor allem ein Training. Und das waren eigentlich auch diese gesamten Wettkämpfe. Wir sind nicht zur WM gefahren, um diese zu gewinnen, sondern um neue Erfahrungen zu sammeln und mit den Besten fliegen zu können. Was wir von ihnen „aufsaugen“, geben wir an andere Piloten in Tschechien weiter, für uns war das eine große Ehre. Schließlich landeten wir auf dem 40. (Bery), bzw. dem 37. Platz. Nichtsdestotrotz freut es uns, dass der Vorsprung der anderen Wettkampfteilnehmer nicht gerade schwindelerregend war. Irgendjemand muss immer letzter sein, jetzt waren wir es. Schauen wir mal, wo wir nächstes Jahr landen,“ fasst Tadeáš das ganze Abenteuer zusammen.

4. FAI-Wingsuit-Performance-Weltmeisterschaft: https://www.skydivingworldchampionships.com/

Der Flugplatz Skydive Arizona auf Adrex Places: https://app.adrexplaces.com/spot/detail/1554

Text und Foto: @bxb_team @tada_krofta @jan_blesk_beranek

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